Leben. Lieben. Lernen.

von Carolin Weißhaar (Kommentare: 0)

Meine Reise und der Start unserer Zukunftswerkstatt

Auf den Tag genau drei Monate sind nun vergangen, seitdem ich im Malayaka Haus "Auf Wiedersehen" gesagt habe. Diese ja oftmals als Abschiedsfloskel genutzte Redewendung trifft es in meinem Fall auf den Punkt. Das Wiedersehen wird meist bereits geplant, bevor die Abreise überhaupt ansteht. Die vergangene Reise in das Malayaka Haus war eine ganz besondere für mich. Das Studium endlich beendet, wollte ich mich mit einer Ostafrika-Reise belohnen. Mein Ziel - mehr über die Ostafrikanische Kultur und Geschichte zu lernen, über den Tellerrand des paradiesischen Malayaka Hauses hinaus schauen, junge und starke Menschen kennenlernen, die die Kraft haben, das Land zukünftig zu gestalten und natürlich wieder daran erinnert zu werden, dass man auf viele materielle Dinge, die unser bzw. mein Leben hier in Deutschland auch oft bestimmen, verzichten kann. Dies alles ist mir gelungen. Meine Reise führte mich von Nairobi, über Mombasa in Kenia, über den Landweg nach Tansania. Hier machte ich einen kleinen Abstecher nach Sansibar, anschließend wurde Tansania weiter bereist. Und am Ende der drei Monate freute ich mich dann doch wieder auf ein Stück Heimat im Malayaka Haus.

Unterwegs lernte ich viele tolle Projekte kennen, unter anderem die John Kaheni Residence in Nairobi. Hier besuchte ich die Leiterin Miriam, die mit ihrem gesamten Team eine beeindruckende Arbeit leistet. Das Ziel ist es, Jugendlichen nach ihrem Schulabschluss die notwenige Förderung und Unterstützung für einen bestmöglichen Start in ein selbstständiges Leben zu ermöglichen. Dafür ist eigens ein Haus gebaut worden, indem die Jugendlichen für ungefähr ein Jahr lang unterstützt werden, an vielen Workshops teilnehmen, gemeinsam Praktika organisieren und die ersten Schritte in Richtung Eigenständigkeit machen.

Dieser tolle Tag in Nairobi zeigte mir auch neue Perspektiven für das Malayaka Haus auf. Seit der Gründung unseres Vereines in Deutschland verfolgen wir das Ziel, Spendengelder für die Schulgebühren zu sammeln. Dabei war von Anfang an klar - wir möchten kein Patenschaftsmodell umsetzen. Der Grund ist einfach. Im Malayaka Haus leben zwischen 42 und 48 Kinder. Natürlich teilen wir all unsere Spenden gerecht unter allen Kindern auf. Jeder verdient es auf die für ihn beste Schule zu gehen. Hier werden keine Unterschiede gemacht, vor allem nicht in Abhängigkeit der Spendengelder pro Kind. Nun werden unsere Kinder älter. Dies führt zu neuen Herausforderungen, welche wir vor einigen Jahren noch nicht fokussiert hatten. Wir müssen uns Gedanken über die Ausbildung machen, welche nach der Schule folgt. Wie sollen unsere Kinder den Weg in die Selbstständigkeit schaffen? Hierfür haben wir uns entschieden, die Zukunftswerkstatt ins Leben zu rufen. Wir schmeißen unser Konzept für unsere Jugendlichen um und suchen gezielt Ausbildungspaten hier in Deutschland. Dies ist auch einfach zu erklären. Wir möchten und können nun den direkten Kontakt zu den Jugendlichen ermöglichen. Wir erklären ihnen, wer ihre Ausbildung finanziert, was diese kostet, und dass dies nicht selbstverständlich ist. Dafür sind alle unsere Kinder sehr dankbar. Sie möchten sich bedanken, das können sie nun erstmal persönlich. Alle haben die Möglichkeit E-Mails zu schreiben, über ihre Fortschritte zu berichten. Wir vermitteln ihnen so gesehen ein "Stipendium".

Bislang funktioniert das Konzept hervorragend. Viola hat ein Studium der sozialen Arbeit begonnen. Die Finanzierung übernimmt einer unserer Paten. Nun suchen wir einen Paten für Justine. Sie hat die Merryland Secondary Schule beendet und möchte nun eine Ausbildung im Bereich Gastronomie, Hotelfach sowie Catering beginnen. Dafür hat sie sich eine Schule in Jinja, im Südosten Ugandas, ausgesucht. Langfristig gesehen wäre es toll einen Pool an Paten aufzubauen, mit deren Hilfe wir Ausbildungsstipendien an unsere Jugendlichen vergeben können. Das Stipendium ist dann für alle Stipendiaten an Kriterien gebunden.

Um die Geschichte abzurunden möchte ich noch einmal auf meine Reise zurück kommen. Mir ist einmal mehr bewusst geworden, wie wichtig die heranwachsende Generation für die ostafrikanischen Länder ist, die ich bereist habe. Bildung ist in meinen Augen einer der wichtigsten Schlüssel für die Zukunft dieser Länder. Ich selber werde nun beginnen im Energiesektor zu arbeiten, und habe entsprechend auf meiner Reise besonders die Entwicklungen rund um die Nutzung regenerativer Energiesysteme beobachtet. Um es zu schaffen der Großteil der Bevölkerung in Ostafrika den Zugang zu Strom und Wasser zu ermöglichen, braucht es junge Entrepreneure mit tollen Gründungsinitiativen, junge Ingenieure, gebildetes lokales Personal, welches dieses Problem löst. Ich konnte viele tolle Gespräche mit jungen Studenten führen, die genau diesen Gründergeist in sich tragen, ein Stück von dieser sprühenden Motivation habe ich verinnerlicht und für meinen Start in den Berufsalltag mitgenommen. Danke an alle, die dazu beigetragen haben!

Und mein für heute endgültiges Schlusswort:

Ganz im Sinne LEBEN. LIEBEN. LERNEN. suchen wir aktuell einen Ausbildungspaten für unsere Justine. Ich freue mich über Deine Kontaktaufnahme, wenn Du uns bei unserem Vorhaben unterstützen möchtest.

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