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Der Malayaka Haus Blog

 

28

Okt 2016

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Alles gleich und doch so anders

Mein erster Aufenthalt liegt bereits 5 Jahre zurück. Eine lange Zeit… Das merke ich vor allem wenn ich die Kids jetzt wiedersehe. Sie sind alle so groß geworden, groß und „erwachsen“. Hannah Banana ist nicht mehr der kleine Schreihals mit dem Daumen ständig im Mund, sondern ein hilfsbereites, ruhigeres Schulmädchen. Mein „Little Monster“ ist kein Little Monster mehr, den man einfach nur knuddeln möchte, er kann lesen und malen wie ein Großer, unfassbar. Mein kleiner Liebling Wilhelm kann sich selbst beschäftigen, er saß gestern in der Bücherei und hat ein Bild von König der Löwen wunderschön abgezeichnet. Die großen Mädels haben lange Haare bekommen und sehen aus wie richtige Ladys. Das habe ich auch an den Gesprächsthemen schnell gemerkt, Jungs werden immer mehr zum Thema. Zudem gibt es viele neue Gesichter im Haus für mich: Unsere neuen Babys Dave, Alex, Georgie, Henry und Patricia. Alle zuckersüß! Auch das Haus hat sich wieder vergrößert, wie jedes Jahr wohne ich in einem neuen Guesthouse, im alten Guesthouse wohnen jetzt die älteren Jungs. Es gibt eine neue Pizza-Area und viele neue Hunde. Und Hakim hat den Führerschein!Trotz der vielen positiven Veränderungen bleiben manche Sachen zum Glück für immer gleich: Die roten Straßen, die Bodafahrer, der herrliche Lake Viktoria, die Affen im Botanischen Garten habe ich auch bereits wieder entdeckt, das beste Obst der Welt, überall freundliche Gesichter. Ich lerne mich wieder im Geduld üben, denn hier in Uganda wartet man manchmal einfach etwas länger in der Bank oder an der Kasse im Supermarkt. Die Kids lieben weiterhin unsere deutschen Süßigkeiten. Das alljährliche „Sweety-Game“ folgt am Sonntag. Bei der Movie Night hat Jimmy die Haribos verteilt und zwar 100% fair, sodass jeder gleich viele bekommt. Am Ende waren noch 5 Haribos übrig und er fragte mich, ob er erneut eine Runde verteilen soll , als ich ihm sagte, er dürfe den Rest selbst essen, strahlte er mich ganz glücklich an. Zudem lieben die Kids es nach wie vor zu Kuscheln, sogar noch mehr als sonst.

 

Am Anfang hatte ich wieder leichte Gewissenbisse. Es sind einfach zu viele Kinder um allen in gleicher Form gerecht zu werden. Manche möchten Spielen, andere Malen oder Hausaufgaben machen usw. Zudem die Fragen warum ich nur so kurz bleibe und nicht wieder 6 Monate und wenn ich ihnen dann erkläre, dass ich in Deutschland arbeiten muss, schlagen sie tatsächlich vor mit meinem Chef zu sprechen. Eine der ersten Fragen war, ob ich an Weihnachten da bin, hier nein zu sagen fiel mir wieder besonders schwer… Doch ich habe zum Glück wieder sehr schnell begriffen, dass es gar nicht darum geht es allen recht zu machen, sondern, viel mehr darum die wenige Zeit, die ich habe bestmöglich zu nützen und den Kids wieder eine paar weitere, schöne Erlebnisse zu schenken. Am Samstag steht wieder das alljährliche BBQ an und die Liste der freiwilligen kleinen Helfer für die Vorbereitungen ist jetzt schon lang. Auntie Winnie fragte mich: Auntie like the BBQ you always do? Als ich nickte, war sie ganz aus dem Häuschen.

Uganda und ganz besonders das Malayaka House ist und bleibt eine andere, aber traumhaft schöne Welt, vieles hatte ich bereits wieder vergessen gehabt, sodass ich froh bin immer wieder zurück kommen zu können um wieder daran erinnert zu werden, dass so einiges in Deutschland so belanglos und wertlos ist, wir uns viel zu oft über viel zu unwichtiges den Kopf zerbrechen und ganz andere Dinge wie gemeinsame Zeit viel wichtiger sind im Leben.

 

 

 

 

  • by Jessica Naschke
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  • Okt 28, 2016
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25

Okt 2016

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Wiedersehen

Meine mit Abstand spontanste Uganda Reise hat bereits vor 3 Tagen begonnen. Diesmal machte ich mich bewusst ganz alleine auf den Weg ins Malayaka House. Auch wenn es immer wunderschön ist Familie und Freunde mit in mein kleines Paradies zu nehmen, dachte ich mir, es ist mal wieder an der Zeit alleine vor Ort zu sein. Zu Beginn waren noch ein paar kleine Hindernisse zu bewältigen, da ich weder einen Abholservice vom Flughafen noch ugandische Schilling für ein Taxi hatte. Zudem war nur Hakin (einer der älteren Jungs) im Haus um mich nachts ins Haus zu lassen. Nach 5 Versuchen ihn anzurufen und wildem Klopfen gegen das Gate war es geschafft und ich ging direkt schlafen. Am nächsten Morgen brauchte ich gewohnt keinen Wecker, sondern hörte die Kids fröhlich im Garten herum spielen. Es ist komisch, aber ich muss sagen, dieses Mal war ich irgendwie nervös, es sind immerhin fast 2 Jahren vergangen seit meinem letzten Besuch und mir war klar, dass auch hier die Zeit nicht stehen bleibt, die Kids werden großer, das Haus verändert sich, Fragen wie „Werden sie mich noch erkennen?“ schirren mir im Kopf rum… Letztes Jahr haben mich alle Kids auf einmal willkommen geheißen, dieses Jahr hab ich die Kleinen ganz verteilt gefunden und es war wunderschön wie immer, wenn sie dich mit großen Augen anstrahlen, „Auntie Jessi“ rufen und dich sofort in den Arm nehmen! Spätestens dann war alle Nervosität verflogen und die Wiedersehensfreude riesengroß. Auch die größeren Mädels endlich wieder zu sehen war so schön, denn die besondere Verbindung zwischen Walter, mir und Mercy Girls ist immer noch da. Walther und ich kamen 2011 zum ersten Mal ins Haus und zu dieser Zeit kamen auch unsere Mercy Gilrs aus einem anderen Waisenhaus ins Malayaka Haus, ziemlich schüchtern und verängstigt. Doch davon ist heute zum Glück überhaupt nichts mehr zu spüren, jede ist auf ihre Weise aufgeblüht, hat ihre Aufgaben, Hobbies und verrückten Momente.

Das Wochenende startete direkt mit einer Geburtstagsparty einer Schulfreundin der Kleinen, vielen Luftballons, Kuchen, Tanz und ganz viel Spaß. Später verbrachten die spanische Volonterin Ines und ich (wir sind aktuell die einzigen Freiwilligen im Haus) den Abend mit den Kids im Haus. Ich konnte es kaum glauben, aber sie fragten tatsächlich, ob wir nicht eine Gute Nacht Geschichte lesen können. Das mussten sie mich natürlich nicht zweimal fragen 🙂

 

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  • by Jessica Naschke
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  • Okt 25, 2016
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12

Okt 2016

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Modern, Ökologisch, Nachhaltig, Organisch, kurz: Kigungu

Bereits in den Vorjahren habe ich immer wieder aus Kigungu berichten können. Unser Durchbruch auf dem eigenen Grundstück am Fuße des Viktoriasees gelang mit einer Investition aus dem Jahre 2015. Das Ziel: Aus dem 1ha großen Grundstück soll ein gigantischer Garten entstehen. Hier werden Gemüse- und Obstsorten gezüchtet, die dann als Nahrungsquelle für die Kinder und als Zutaten für die Pizza-Nacht Marke Eigenanbau verwendet werden sollen. Alles was dann über ist, kann in ein neues Geschäftsfeld übergehen und wir können weitere Jobs kreieren.

Und was soll man sagen – es funktioniert. Vielleicht nicht ganz so schnell und nicht auf die art wie erhofft noch vor wenigen Monaten, aber es wächst und gedeiht. Hakim und Che Che, beides Jungen im Teenageralter auf der Klipp zum Erwachsenendasein sind mittlerweile Angestellte des Hauses und fahren täglich nach Kigungu, mit im Jeep sind Freunde von ihnen, die helfen und selbst Spaß an der intensiven Arbeit finden. Das Konzept der Jungs: Jeder hat ein Stück Garten und im Wettbewerb treten sie gegeneinander an, wer den schönsten Garten pflegt. Hinzu kommen die bereits festgelegten Teilgebiete: Die Kletterpflanzen, das Gewächshaus, Die Hühnerfarm, die Fischteiche, die Werkstätten, die Obstbäume und eben die angesprochenen Bodenbeete.

So wachsen in Kigungu in atemberaubender Vielfalt und Schönheit Mangos, Bananane, verschiedene lokale Baumfrüchte, Ananas, Aubergines, Feldsalate, Tomaten, Gurken, Kürbisse, Chillipflanzen und vieles mehr.

Als wie vor wenigen Jahren Kigungu erwarben war das Potenzial sichtbar, was daraus aber entstanden ist, ist atemberaubend. Und die Folge ist sichtbar – mittlerweile wird mit deutlich höherem Anteil an frischen Salaten gekocht, selbst die Vielfalt der Pizzen nimmt zu und wird durch das Angebot aus Kigungu erweitert, das Bewusstsein für gesunde Ernährung wird gesteigert und wir kreieren weitere Jobs für unsere Kinder in den Anbau von Obst und Gemüse hineinwachsen, als auch für Menschen aus der Nachbarschaft und Freunde aus Entebbe, die willens sind hart zu arbeiten und die Chance erkennen, die sich ihnen bietet. 

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  • by Walther Pietsch
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  • Okt 12, 2016
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11

Okt 2016

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Das Partnerprojekt: Die Early Learning Schule

Unser Partnerprojekt, die Early Learning School, entwickelt sich schrittweise weiter. Nicht immer, seit die Schule umgezogen ist, gibt es positive Nachrichten zu vermelden. Stillstand, geringe Schülerzahlen und der chronische Mangel am Geld erschweren die Lage immer wieder. Doch in diesen Tagen gibt es doch immer wieder kleine und große Lichtblicke!

Farm

Die Schule hat sich mittlerweile eine respektable Farm zurechtgelegt. Mit Hühnern, Feldern und Bäumen, sowie einer Kuh ist man mittlerweile recht gut ausgestattet. Die Kinder erzählen davon, dass es nun auch mal Tage gibt, an denen mit Milch gekocht wird. Die Eier sind vorzugsweise zum Verkauf da. Doch das Gemüse dient einer größeren Abwechslung im Speiseplan. Aubergines und  Kochbananen wurden stolz präsentiert. Das ganze hintere Schulgelände bis runter zum Sumpf erstrahlt in den unterschiedlichsten Grüntönen.

Spielplatz

Seitdem Rico mit anpackt geht es hier gut voran. Der Spielplatz ist schon zum 2. Mal seit seiner Mitarbeit erneuert. Die Kinder sind unheimlich froh über die Möglichkeit des Zeitvertreibs. In bunten Farben passt sich der Spielplatz dem fertigen Teil der Schule an. Betrachtet man nur diese Abschnitte erstrahlt die Schule in leuchtenden Farben. In der Mitte der Gebäude thront regelrecht die angelegte grüne Wiese. Man erkennt Fortschritte da, wo man nur die Augen aufmacht und vergleicht.

Küche

Es gibt wohl gespendete Öfen. Doch leider konnte ich diese nicht sehen. Im noch immer benutzten alten Küchenverschlag wird gekocht und und immerhin nicht mehr mit purer Feuerstelle und allzu viel Rauch. Doch der Masterplan steht. Das bereits im Rohbau stehende Gebäude soll 2017 zur Küche und zum Speisesaal umgebaut werden. Die nötigen Gelder hat Rico bereits so gut wie gesammelt. Wir sind alle sehr gespannt wie es nächstes Jahr aussehen wird.

Briefe

Natürlich dürfen sie nicht fehlen – die Briefe an die deutsche Grundschule nach Leipzig. Es gibt wieder neue Schüler an der Schule, die weder mich, noch das Projekt kennen, doch alle bekommen nach nur kurzer Zeit leuchtende Augen und machen sogleich mit bei diesem Austausch. Die Umschläge sind alle ausgegeben, die Aufgabe ist allen klar – eine Antwort zu verfassen und möglichst einen Weg der Gestaltung zu finden. Zum Ende meines Aufenthaltes sammle ich die kommenden Tage die Briefe wieder ein und reise mit den Antworten im Gepäck zurück nach Deutschland!

Dank der Hilfe des Schulvereins, privater Spender und der Arbeit von VUGA, einer Organisation, die wieder weltwärts-volontäre nach Uganda sendet, betreut von meinem langjährigen Weggefährten Johannes, ist es möglich in diesem Jahr 4 Kindern, die ursprünglich an der Early Learning gelernt haben, die weiterführende Schule zu bezahlen. Waren es anfangs lockere Bindfäden, die zusammengebracht worden, so entstehen mittlerweile feste Knoten, die nachhaltige Erfolge garantieren sollen. Die Early Learning School ist der Beweis, dass es möglich ist nicht nur ein Projekt, sondern mehrere zugleich zu betreuen und Erfolge zu erzielen, wenn man Kräfte bündelt und gemeinsam an einem Ziel arbeitet. Vielen Dank für eure Hilfe!

 

 

  • by Walther Pietsch
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  • Okt 11, 2016
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08

Okt 2016

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Independence Day

Die Regenzeit liegt über Entebbe und hat mir gleich mal 2 Tage meiner recht knapp bemessenen Zeit geraubt. Zeit, die ich dann aber nutzen konnte, um ein wenig Schlaf nachzuholen und mich intensiver im Haus aufzuhalten. Bei dem vielen Hin-und Herbewegen kommen die Kinder im Malayaka Haus oft zu kurz. Mittlerweile lässt die Sonne auch mal blickend so kommt man hinaus in die Stadt, die sich beinahe dramatisch schnell verändert. Überall wird gebaut, überall entdecken die Augen Unterschiede zu vorher.

Absolute Highlights der ersten Tage waren die Feierlichkeiten in den Schulen zum bevorstehenden Independence Day. Und wenn in Uganda gefeiert wird, dann wird richtig aufgefahren. An der Pearl of Africa, der Grundschule für unsere Jüngsten, waren wir Zeuge einer kleinen niedlichen Aufführung mit Schauspiel- und Tanzeinlagen, sowie Gesang. Insbesondere beim Tanz glänzten unsere Zwerge mit ihrem Talent.

Drei Tage später waren die Kinder der Entebbe Jr. School. dran. Ein 3-stündiges Programm führte mit einer Show durch die Geschichte und die Regionen Ugandas. Ob Bobo als Krieger mit Speer und Schild, Shakira als brillante Tänzerin oder Lucas als Interpret eines Gedichts, es war unheimlich schön zu sehen, wie alle Kinder auf der großen Bühne vor Publikum voller Selbstvertrauen auftraten. Nebenher gab es auch noch eine kleine Band, die lautstark durchs Programm führte. Es war ein sehr bewegender Tag voller Freude und Aufregung.

Sponsoren

Die zweite große Aufgabe der 1. Woche bestand darin stundenlange Wege zu den Banken zu absolvieren. Aber für den guten Zweck nimmt man das gerne hin. Insgesamt 4 Kinder sind in unserer Obhut aus der Early Learning Schule. Alle besuchen mittlerweile die Secondary School und benötigen dringend Unterstützung durch Schulpaten. Ein Schuljahr ist rund 1000€ teuer. Dank unseres Partners, dem Schulverein aus Potsdam und seinen bestehenden Kontakten, sowie unseren Helfern und Sponsoren, die für diese Kinder speziell sammeln, ist es uns möglich diese 4 Kinder zu unterstützen. 2, Gloria und Mercy, haben dauerhafte Unterstützer seit Anfang des Jahres, 1, Christine, hat zum Glück einen Paten gefunden, der ihr letztes Schuljahr finanzieren hilft und 1, Dafine kommt spontan hinzu und beendet gerade ihr Schuljahr. Dabei fehlte ihr das Geld für einen Term. Alle Kinder waren einst Teilnehmer an dem Briefprojekt, dass die Kinder der Early Learning Grundschule mit Kindern einer Grundschule in Leipzig verbindet. Für diese Schule in Entebbe hat Rico, ein Freiwilliger unseres Vereins, Spenden gesammelt, um kommendes Jahr die Bauten an der Küche und dem Speisesaal zu beenden. Überglücklich nahm die Schulleitung die Botschaft entgegen, dass die Gelder fast komplett gesammelt sind und es 2017 mit dem Bau losgehen kann.

Ohne die Paten, Helfer und unsere Freiwilligen wären diese Erfolge niemals möglich. Ich bin mir bewusst, dass durch meine Anwesenheit, durch das Briefprojekt und durch die ein oder andere schöne Begebenheit, die man den Kindern ermöglicht, man auf emotionaler Ebene etwas gibt, dass die Kinder sich geborgen und geliebt fühlen, doch allein damit füllt man keine Mägen und bezahlt kein Schulgeld. Ich stehe hier und ernte den Dank als Überbringer der guten Nachrichten, doch der Dank gilt denen, die spenden, die helfen und uns unterstützen. Vielleicht kommen sie selbst eines Tages hierher, so wie Rico und erfahren es am eigenen Leib, wie schön es ist zu helfen und welch warmherziges Gefühl einem die gastfreundlichen Ugander geben, wenn ihre Herzen sich vor Dankbarkeit öffnen. Daher möchte ich mich im Namen von Malayaka Haus und Freunde e.V. für alle bisherige Unterstützung danken und hoffe, wir werden auch in Zukunft unsere Arbeit in diesem Maße fortsetzen können und weitere Erfolge veröffentlichen.

Wer sich für eine Patenschaft interessiert oder allgemein spenden möchte, kann dies tun. Alle Informationen hierfür findet ihr auf www.malayaka-haus.de.

 

 

  • by Walther Pietsch
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  • Okt 08, 2016
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Okt 2016

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Neue Wege – Bekannte Ziele

Oktoberzeit ist Ugandazeit – jedenfalls für mich und damit wieder Zeit Neuigkeiten zu präsentieren und auf aktuelle Projekte einzugehen. Seit Februar ist wieder viel Zeit ins Land gegangen. Zeit, die Uganda benötigte um nach den Wahlen Ruhe zu bekommen. Der Alltagsrhythmus hat längst wieder Einzug gehalten und mit gewohntem Tempo schreiten wir im Malayaka Haus voran und können erneut große Schritte nach vorn vermelden:

1. Safaris:

Unsere Safaris sind eigentlich die Wochenendausflüge mit den Kindern. Doch mittlerweile bekommt der Name Safari im Haus einen ganz neuen Klang. Mit neuem Auto und Hakim, unserem ältesten Jungen, als Fahrer und Fährtenführer, bieten wir mittlerweile eigene Safaris an. Die ersten beiden Kleingruppen sind im Jahr 2016 bereits durch die wunderschöne Landschaft Ugandas gefahren und haben die Premierentouren lebt.

2. Kigungu:

Unser größtes Projekt in den vergangenen beiden Jahren erntet Früchte und das im wahrsten Sinne des Wortes. Das Grundstück am Rande des Viktoriasees wurde mit großen Mühen zu einem riesigen Garten angelegt mit Feldern, Bäumen, Gewächshäusern und Fischpools. Unserem Ziel, uns zunehmend aus eigenem Anbau zu ernähren, sind wir einen großen Schritt näher gekommen.

3. Rugby:

Ihr habt es vielleicht verfolgt: Die Entebbe Sharks, das Heimteam unserer Rugby-Mädels aus dem Malayaka Haus, stellt mittlerweile Nationalspielerinnen. Juliet durfte in diesem Herbst nach Zimbabwe fliegen und bei einem Turnier mitwirken. Das Projekt wächst und gedeiht. Vor wenigen Jahren waren Martin Neuhof, Freiwilliger und Fotograf, dessen Bilder unsere Homepage und den Malayaka Haus Kalender schmücken, und ich noch auf dem Trainingsgelände, um die Fotos aufzunehmen, die ihr unter dem Artikel in der kleinen Galerie entdecken könnt.

4. Early Learning:

In diesem Jahr war Rico, unser Freiwilliger aus dem letzten Jahr, erneut in Uganda. Der Spielplatz der Early Learning Schule, sowie der Fußballplatz sind seine großen Werke. Doch längst lange er die Fertigstellung der Küche mit dem Speisesaal. Dafür sind rund 5000€ nötig. Nach einem Jahr bereits ist die Summe allem Anschein nach bereits gesammelt. So habe ich im Oktober das Vergnügen der Schulleitung mitzuteilen, dass wir im neuen Kalenderjahr mit dem Bau beginnen können. Nebenbei haben wir noch für eine weitere ehemalige Schülerin dieser Grundschule einen Sponsor gefunden, der dafür sorgt, dass Christine ihr Schullaufbahn an einer weiterführenden Schule beenden kann. Sie steht ein Jahr vor ihrem Abschluss und kann derzeit aufgrund des Mangels an Schulgeld die Schule nicht mehr besuchen. Doch in gut 1 Woche startet auch für sie wieder das Leben auf der Schulbank, dann nämlich wird Dank ihres Sponsors ihr Schulgeld für das komplette letzte Schuljahr bezahlt sein.

5. Jahreshaushalt:

Auch in diesem Jahr haben wir die Marke aus dem Vorjahr bestätigen können und konnten 12.000€ nach Uganda überweisen. Damit sichern wir 12 Kindern aus unserem Haus (also gut 1/4) die Möglichkeit, die Schule zu besuchen. Allen Spendern und Unterstützer vielen Dank!

 

In den kommenden 2 Wochen werde ich zu den bereits aufgeführten Punkten und zahlreichen anderen Begebenheiten rund um das Waisenhaus und das Land kleine Geschichten sammeln und euch kleine Einblicke gewähren in eine abenteuerliche Reise. Wir lesen uns dieser Tage!

 

 

  • by Walther Pietsch
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  • Okt 02, 2016
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31

Jul 2016

Uganda 2016 – Das Abenteuer geht weiter

Anreise und Ankunft
Vor gut einem Jahr beendete ich mein soziales Fünfmonatiges Praktikum an der Entebbe Early Learning School in Uganda. Als ich wieder in Deutschland angekommen war, stand es von Anfang an fest, ich werde auf jeden Fall noch mal zurück kommen. Gesagt getan und diesmal mit tatkräftiger Unterstützung von meinem Vater Udo Bernecker den das Reisefieber packte und der sich dazu entschloss mit mir gemeinsam dieses Abenteuer zu erleben. So starteten wir am 14 Juli 2016 auf das Neue unsere Reise in das entfernte Uganda und wurden nach einem Tag Anreise sehr herzlich in Uganda in Empfang genommen. Mit etwas Verspätung erreichten wir den Flughafen in Entebbe und wurden von unserer Gastmutter Trina abgeholt. Die Freude des Wiedersehens war riesengroß. Wir scherzten und lachten und erinnerten uns an das erst Mal wo sie mich ebenfalls am Flughafen in Empfang genommen hatte.
Zu unserer Überraschung fuhr sie uns gleich mal zu Agnes, der Schulleiterin der Entebbe Early Learning School. Diese wartete schon auf uns und lud uns zum Nudelauflauf, den sie extra für uns zubereitet hatte, ein. So saßen wir gemütlich am Strand des Victoria Sees, freuten uns über das Wiedertreffen und stärkten uns bei guten 28 Grad im  Schatten.
Auch die Tage danach waren sehr erlebnisreich. Wir feierten den 40. Geburtstag von Trina und wurden sofort von den ugandischen Lobpreinsgesängen, der überaus großen Gastfreundschaft und der ganz anderen Art zu Leben, beeindruckt. Ebenfalls überraschend für uns war, das wir auf Lydia Panick getroffen sind, eine ehemalige Volontärin aus Deutschland die genau wie wir Uganda ein zweites mal besuchte. Gemeinsam verbrachten wir viel Zeit mit unserer Gastfamilie.

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(von recht: Trina, Agnes, und ich)                                  (Trinas 40.Geburtstag)

Schule und Alltag

Nach einem Wochenende der Erholung von der langen Anreise und den ersten Eindrücken der ganz anderen Welt besuchten wir am Montag den 18. Juli die Schule und waren sehr gespannt darauf wie sie sich wohl entwickelt hat. Als uns Trina an der Schule abgesetzt hatte, und wir aus dem Auto stiegen, war es ein großes Fest der Freuden die Kinder und die Lehrer nach einem Jahr wieder zu sehen. Das Gefühl wieder da zu sein, war sehr überwältigend und unbeschreiblich schön, wie auf dem Bild zu erkennen ist. Nach der freudigen Ankunft nahm uns Agnes mit auf einen Rundgang durch das Schulgelände. Noch immer ist es mit einer halb fertigen Baustelle zu vergleichen. Die Wohnheime sowie die Lehrerzimmer und die Schuleingene Küche sind noch nicht fertig gestellt. Dafür überraschten uns 56 Hühner in einem großen Hühnerhaus welches von der Organisation Wuga gespendet wurde. Die daraus gewonnenen Eier werden zum Teil verkauft und zum anderen Teil selber gegessen, zur Freude aller Schüler und Lehrer. Ebenfalls haben sich die Kaffeepflanzen und die daneben stehenden Maltokoplfanzen die wir gegen Ende meines Praktikums gepflanzt hatten, sehr gut entwickelt. Der zukünftige Ertrag daraus soll ebenfalls der Schule als zweites Standbein nützlich werden. Gegen Ende unserer Führung durch die Schule begegneten wir einer großen Kuh, die von zwei Niederländern der Schule geschenkt wurde. So waren wir sehr beeindruckt von der Landwirtschaftlichen Entwicklung der Schule, welche auch gleichzeitig vielen Kindern ein zu Hause bietet.DSCI0296

Projektfestlegung

Nach Beendigung des Rundganges, besprachen wir gemeinsam mit Agnes was wir in den drei Wochen unseres Aufenthaltes an der Schule machen können um der Schule und den Kindern zu helfen. Als wir uns umsahen, fiel uns auf, dass die Fußballtore vom letzten Jahr teilweise ganz verschwunden oder gänzlich kaputt gegangen waren. Da war es meinem Vater klar. Zitat „ Hier muss ein ordentlicher Fußballplatz mit richtigen Toren hin.“ Des weiteren bedarf es einen Neuanstrich der Spielplatzgeräte die sich in einem Jahr ziemlich abgenutzt hatten.  Nach kurzer Überlegung standen unsere zwei Projekte also fest. Ein „ordentlicher Fußballplatz“ und Renovierungsarbeiten am Spielplatz standen auf unserer Agenda. „Das sollte doch zu schaffen sein“ meinte mein Vater und steckte den zeitlichen Rahmen ab in denen wir diese beiden Projekte umsetzten wollten.

Der Sportplatz – Viele Hände, schnelles Ende

So hielten wir uns gar nicht lange auf mit unseren Gedanken und Plänen und begannen am Dienstag  den 19. Juli mit den ersten Arbeiten am Sportplatz, der sich Hinter dem Schulkomplex befinden sollte. Wir brauchten dazu eine menge Erde, um den Sportplatz zunächst auszubessern und so gut es geht zu begradigten. Die Erde war vorhanden und befand sich auf dem Schulgelände. Nun galt es für uns, diese große Menge Erde zum Sportplatz zu transportieren und zu verteilen.  Dazu brauchten wir einen großen LKW der für uns das Hin- und Herfahren übernahm. Wir merkten sofort beim Beladen der ersten Fuhre, dass das wohl eine zu große Aufgabe für uns zwei darstellen würde. Doch wir bekamen unerwartete Hilfe von Mitarbeitern sowie Freunden und Nachbarn der Schule.  Sogar drei Spanische Studenten kamen uns an den darauf folgenden Tagen mit zur Hilfe. Ziemlich kaputt, aber doch sehr stolz blickten wir am Ende der Woche auf das Gesamtresultat  des gemeinsam begradigten Sportplatzes.  In der Zwischenzeit wurden neue Fußballtore angefertigt bzw. ein altes Fußballtor wieder repariert. Nach einigen Streicharbeiten an den Toren, ist es nun endlich Zeit das der Ball ins Rollen kommt. So fiebern Lehrer, Schüler und auch das Trainerteam (Rico und Udo) dem lang ersehnten Fußballturnier am Ende unserer letzten Woche entgegen.

 

Der Spielplatz

Während dem Fußballturnier auf dem neuen Bolzplatz entgegen gefiebert wird, nahmen wir uns in der zweiten Woche den Spielplatz zur Brust. Durch die große Hitze und den Spielbetrieb waren die Spielplatzgeräte abgenutzt und teilweise auch unbrauchbar geworden. So organisierten wir Farbe, Pinsel und eine Menge kaltes Wasser zum trinken, um bei der Hitze noch bei Laune zu bleiben. Nach gut einer Woche glänzen nun die drei Schaukeln, die zwei Rutschen und das Karussell für die Kleinen wieder in neuer Farbe. Am Freitag den  29. Juli fanden die letzten Arbeiten am Spielplatz statt, so das dieser pünktlich am Samstag den 30 Julie zum Besuchertag in betrieb genommen werden konnte. Morgen finden am  Fußballplatz die letzten Feinarbeiten statt. Dann heißt es endlich     für die Kinder Spiel und Sport frei.

SpielplatzFür uns geht die Zeit hier in Uganda langsam dem Ende entgegen. Noch gut eine Woche sind wir hier und sind dankbar über jeden Tag den wir bis jetzt hier verbringen konnten. In den nächsten und letzte Tagen stehen noch kleinere Reparatur und Instandhaltungsarbeiten an der Schule an. Auch die Netze für die Fußballtore müssen noch organisiert und angebracht werden.
Es ist und bleibt eine spannende Zeit. Vielen Dank für die zahlreiche Unterstützung.
Liebe Grüße an die Heimat

Rico und Udo Bernecker.

 

  • by Rico Bernecke
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  • Jul 31, 2016
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16

Feb 2016

Eine Vision wird Realität

Kigungu ist ein kleines Fischerdorf am Rande von Entebbe. Von der Stadt aus geht einmal rundum den Flughafen und nach einer Fahrt mit wundervoller Aussicht befindet man sich plötzlich in einem ganz anderen Umfeld.
Nach einer kurzen Weiterfahrt über löchrige Straßen und begleitet von unzähligen winkenden Kindern geht es runter zum Wasser – ans Ufer des Viktoriasees. Der Wagen hält an einer Toreinfahrt. Das große Tor, welches umringt ist von einer beeindruckenden Betonmauer öffnet sich und was folgt, ist unheimlich beeindruckend, beinahe atemberaubend.

Kigungu ist für das Malayaka Haus seit Jahren ein Begriff, denn hier liegt das Stück Land, dass wir unser Eigen nennen dürfen. Nachdem eher halbherzig zu Beginn hier und da Pläne verfolgt wurden, um das Land zu bewirtschaften, gibt es seit 2015 ein größer angelegtes Projekt. Das große Ziel ist es, das Haus eigenständig mit Nahrung zu versorgen. Und so wurde bereits im vergangenen Jahr jede Menge erreicht. Doch was seit Oktober hier passiert ist, war kaum zu glauben. Mir ist bewusst, dass dieses Projekt sehr ehrgeizig verfolgt wird, dass wir in den Gärten an unseren Häusern in Entebbe unheimlich viel anpflanzen und testen, um dann in Kigungu bestmögliche Qualität anzubauen und das viele Hände im Einsatz sind, um unsere Ziel zu verwirklichen. Doch das, was sich heute hinter den Mauern befand, haut einen einfach um.

4 große Abschnitte hat das Land mittlerweile. Und diese sind nun eingezäunt. Bei der Anzahl an Hunden auf dem Gelände nicht verwunderlich. 2 Abschnitte liegen in der prallen Sonne.IMG_7145 (FILEminimizer) Hier wird derzeit noch am Bau eines gigantischen Gewächshauses gearbeitet. Dort soll es dann Tomaten und Salat geben. Kürbisse wachsen überall schon IMG_7152 (FILEminimizer)jetzt. Zudem steht auf der Sonnenseite das andere Gewächshaus mit den Fischteichen. Hier gibt es den in Uganda beliebten Tilapia und eine Karpfensorte. 8 Wasserbecken säumen das Haus. Am Rande des Zaune stehen mittlerweile 4 Häuser – eine Küche, eine Werkstatt, mehrere Aufenthaltsräume und ein Lager.
Die Nordseite bietet mehr Schatten, dort sollen Kaffee, Bananen und Obstbäume wachsen. Die ersten Exemplare sind bereits in der Erde. Zudem gibt es unterschiedliche Salatsorten, die bereits seit geraumer Zeit wachsen.
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Die gesamte Anlage, inklusive der Türme, die mit ihren Wassertanks die Pflanzen versorgen, ist gigantisch und direkt am Wasser gelegen, so dass es nur Pumpen bedurfte, um das Wasser auf das Grundstück zu leiten. Demnach ist der Boden unheimlich fruchtbar und die Ausbeute und Ernte ein Segen für unsere Vorhaben. Denn schon bald soll es losgehen und statt Einkäufe und Bestellungen gibt es demnächst Essen aus eigenem Anbau. Eine Kostprobe gab es schon diese Woche aus dem Garten als wir unseren ersten eigenen Salat zubereiteten. Und was soll man sagen – köstlich ist gar kein Ausdruck – die unterschiedlichen Salatsorten besitzen eine derartige Intensität, dass sie allein kaum genießbar wären, aber zusammen einen kulinarischen Hochgenuss ergeben.

Wenn man die letzten Jahr verfolgt hat, welche Entwicklungen Kigungu genommen hat, dann mag einfach nicht glauben, was daraus geworden ist. Ich war komplett sprachlos.

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  • by Walther Pietsch
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  • Feb 16, 2016
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14

Feb 2016

Alte Gefährten – neue Wege

Als wir das Schulgebäude der Merryland Secondary School verlassen atmet Gloria einmal ganz tief ein und gibt ihrer Fassungslosigkeit und Dankbarkeit freien Raum. Wir haben es geschafft, sie ist angemeldet und wird ab sofort auf ihre Wunschschule gehen dürfen. mercy

Gloria und Mercy sind beide ehemalige Schüler der Early Learning School. Als ihre Grundschulzeit vorüber ist, wechseln beide in das deutsche Schulprojekt, die Victorian High School. Ich selbst bin nur durch dieses Projekt auf Uganda gekommen. Nach nunmehr 3 Jahren ihrer Schulzeit dort mehren sich die Schwierigkeiten und ihre Paten springen ab, die wir zu Anfang finden konnten, um ihnen die Schulkarriere überhaupt zu ermöglichen. Während Mercy zumindest noch eine Familie hat, ist Gloria gänzlich ohne Bindung und wohnt weiter bei Agnes auf dem Schulgelände der Early Learning Grundschule. Für beide war der Oktoberbesuch meinerseits nicht einfach, denn ich musste ihnen mitteilen, dass es keine Unterstützung mehr gibt und ab dem neuen Jahr sei es sehr wahrscheinlich, dass sie nicht mehr in die Schule gehen können. Mit 15 rein ins Leben, ohne Perspektive, Ausbildung und Hoffnung auf ein besseres Leben.

Doch die Monate danach entwickelten sich unter einem guten Stern für beide. Wir fanden Wege der Finanzierung und neue Paten, die bereit waren, das Schulgeld für beide unter sich aufzuteilen. Wenige Tage nach Gloria fuhr ich gemeinsam mit Mercy ein Stück raus aus Entebbe. Ihre Wunschschule liegt außerhalb der Stadt, ruhig und abgelegen, mit Blick auf die hügelige Landschaft rundherum. Auch Mercy ist überglücklich und auch wenn alles nicht einfach zu organisieren ist, wenn die Anmeldung eine gefühlte Ewigkeit dauert, die Fahrt zu den Schulen nicht enden will – am Ende steht für die beiden, die mich seit Jahren hier begleiten, wieder ein Weg offen. Alle, die daran beteiligt sind, sei ein großer Dank ausgesprochen. Es ist keine Selbstverständlichkeit und dennoch bedeutet es für die 2 alles, denn nur so haben sie eine echte Chance ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen und an den gestellten Aufgaben zu wachsen und nicht an der viel zu hohen Mauer zu verzweifeln, die sich vor ihnen auftürmt.

Und auch im Malayaka Haus ist dies ein großer Teil unserer Aufgabe. Hier sind es nunmehr über 40 Kinder Kinder, denen wir auch ein ähnliches Glück zukommen lassen möchten. Ein Schuljahr für ein Kind kostet zwischen 700 und 1000€ Schulgebühren. Wer uns helfen möchte, dieses Ziel auch in den kommenden Jahren zu erreichen und unseren Kindern hier eine gute Schulausbildung zu ermöglichen, der sei herzlich eingeladen Monatsspender zu werden.
Unter malayaka-haus.de findet ihr unsere Kontoverbindung und Kontaktdaten. Wir freuen uns über Deine Unterstützung!

 

  • by Walther Pietsch
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  • Feb 14, 2016
  • Standard

11

Feb 2016

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Von schottischen Königen und italienischen Fabrikaten

Es ist eine beeindruckende Szene im Film „der letzte König von Schottland“ als der junge, naive weiße Arzt sich in seinen Anfangstagen genau da einfindet, wo sich der neue Präsident und Schreckensherrscher Idi Amin in der Menge badet. Nun bin ich kein Arzt und der derzeitige Präsident nicht Idi Amin, sondern ein weit gealterter Politiker, der sein Land seit einer gefühlten Ewigkeit regiert, doch die Massen, die sich einfinden an diesem Tag auf dem Marktplatz, umhüllt von schwergewaffnetem Militär, wartend auf ihren Staatsmann Nummer 1 erinnern stark an jedes Bild aus dem Film. Und es steht für so vieles, was von Beginn an anders ist in diesen Tagen in Entebbe. Alles dreht sich rund um die Wahl, die in einer Woche stattfindet. Alle unterhalten sich darüber, überall kleben die Wahlplakate, die Zeitungen sind voll von den unterschiedlichen Meldungen und selbst und sere Kinder IMG_7130 (FILEminimizer)interessieren sich für Politik und debattieren fleißig. Und mehr noch, sie lassen sich nicht schocken -sie gehen einfach drauf los und sind selbst auf dem Marktplatz zu Gange. Schließlich sind alle Ugander aufgefordert zu kommen und endlich ist mal wieder was los, denn die Wahlen verschieben die eh schon viel zu langen Ferien um weitere 3 Wochen.

Und da sind sie wieder – diese Wahlen, die alles verändern. Denn auch das gängige Briefprojekt hat plötzlich ein unvorhergesehene Problem zu überstehen. Es ist niemand da. Die Schulen sind verwaist, die Kinder bei ihren Familien auf den Dörfern oder anderswo in Sicherheit. Ich werde den größten Teil gar nicht sehen und daher keine Briefe übergeben oder mitnehmen können. Ein Postbote ohne Briefkästen ist eben nur ein Trottel mit jeder Menge Papier im Rucksack und so muss es erstmals der Postweg richten. Kann man nur gespannt sein, ob das Paket jemals ankommen wird.

Aber so ist man eben mehr im Haus beschäftigt. Seit Dienstag bin ich wieder in Uganda, so sind mittlerweile 3 intensive Tage rum und heute wartet alles wieder auf die Pizza-Nacht und das in neuem Gewand. Denn wir sind umgezogen und haben unser Gelände erweitert. Haus 5 und 6 sind nun fertig und das neue Restaurant-Domizil bezogen. Während im Garten hinter den Häusern alles prächtig wächst und in den schönsten ugandischen Farben blüht, wird vorne fleißig Teig vorbereitet und der neue Platz für unsere Besucher ist einzigartig – größer, gemütlicher und vor allem getrennt von den Kindern, die nun mehr Privatsphäre genießen.

Was soll man angesichts dieser Aussichten und bei 30 Grad purem Sonnenschein schon über die Auswirkungen der Wahlen schimpfen – dann bleiben wir eben zuhause und genießen die freien Tage mit allen zusammen.

 

  • by Walther Pietsch
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  • Feb 11, 2016
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